Schon im Juni könnte die US-Notenbank den Leitzins erhöhen. Das geht aus den Protokollen der April-Sitzung der Fed hervor. Allerdings müssten sich noch einige Bedingungen erfüllen.
Die US-Notenbank Fed fasst bei einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft eine Zinserhöhung im Juni ins Auge. Die meisten Währungshüter waren laut der am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der geldpolitischen Sitzung vom April der Meinung, dass eine Straffung im Juni angebracht sein könnte. Die Meinungen gingen jedoch weit auseinander, ob die weitere wirtschaftliche Entwicklung eine Anhebung rechtfertigen könnte.
Die Fed-Mitglieder wollen dafür ausreichende Anzeichen einer anziehenden Konjunktur sehen, nachdem die USA zu Jahresbeginn einen wirtschaftlichen Schwächeanfall erlitten hatten. Zudem ist es aus Sicht der Fed-Führungsmitglieder notwendig, dass sich dieLage am Arbeitsmarkt weiter aufhellt und die unerwünscht niedrige Inflation steigt.Euro fällt auf Drei-Wochen-Tief
Einige Fed-Mitglieder äußerten die Sorge, dass die Finanzmärkte die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung womöglich nicht gut genug eingeschätzt hätten. Die US-Börsen gaben nach der Veröffentlichung nach. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit drei Wochen zum Dollar. Die Renditen der US-Staatsanleihen legten zu.
Die US-Notenbank hatte in ihrer Aprilsitzung den Leitzins unverändert gelassen. Er bewegt sich weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.
An den Märkten war zuletzt kaum noch mit einer raschen Anhebung gerechnet worden. Viele Ökonomen tippten auf eine Erhöhung im September oder gar erst zum Jahresende. Die Währungshüter in den USA hatten im Dezember erstmals seit fast zehn Jahrendie Leitzinsen leicht angehoben.