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Verstorbener Literatur-Nobelpreisträger: Urne von García Márquez in Kolumbien beigesetzt

dimanche 22 mai 2016

Innenhof des ehemaligen Klosters La Merced

Innenhof des ehemaligen Klosters La Merced

Kaum eine Stadt war für Schriftsteller Gabriel García Márquez wichtiger als Cartagena in Kolumbien. Dort wurde nun die Urne mit der "Asche des Unsterblichen" beigesetzt.

Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez hat seine letzte Ruhe in der für sein Schaffen so wichtigen Stadt Cartagena in Kolumbien gefunden. In einer Zeremonie wurde die Urne mit der Asche des 2014 im Alter von 87 Jahren in Mexiko gestorbenen Schriftstellers im Innenhof des ehemaligen Klosters La Merced beigesetzt.

Damit ist er in der Stadt, wo er nach Angaben seines Freundes Juan Gossaín, "immer sein wollte": "Die Menschen wissen, dass es mir gefiel in Cartagena zu leben, aber noch mehr würde es mir gefallen, dass man mich eines Tages in Cartagena bestattet", habe ihm García Márquez gesagt.

Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte der Schriftsteller zwar in Mexiko. Doch er kehrte immer wieder nach Cartagena zurück. Dort bekam er wichtige Inspirationen für seinen "magischen Realismus", das Pendeln zwischen Fiktion und Realität. Im April 1948 reiste García Márquez erstmals in die Stadt, in seinen Memoiren schrieb er später: "Kaum war ich innerhalb der Festungsmauern, lag die Stadt im malvenfarbenen Sechs-Uhr-Abendlicht in alter Pracht vor mir, und das Gefühl überkam mich, wiedergeboren zu sein."

Zur Bestattungszeremonie in dem früheren Kloster kamen auch seine Witwe Mercedes Barcha und die Söhnen Gonzalo und Rodrigo sowie befreundete Schriftsteller und Politiker. Die Urne wurde in der Mitte des Innenhofes in einen Marmor-Sockel eingelassen, darüber befindet sich eine von der britischen Bildhauerin Kate Murray geschaffene Büste des Schriftstellers.

Schriftstellerbüste und Papier-Schmetterlinge in Cartagena

Schriftstellerbüste und Papier-Schmetterlinge in Cartagena

Am Ende schweben hunderte gelbe Papier-Schmetterlinge durch den Innenhof. Sie sind das wiederkehrende Motiv im Hauptwerk des Schriftstellers über Aufstieg und Fall der Familie Buendía: "Hundert Jahre Einsamkeit".

In dem früheren Kloster von Cartagena ist heute die Doktoranden-Abteilung der Universität untergebracht. Rektor Édgar Parra sprach von einer großen Ehre, dass die "Asche des Unsterblichen" an der Universität zu Cartagena ihre Heimat findet. "Wir haben hier nicht den gestorbenen Gabo, sondern den lebenden Gabo", sagte Parra. Man werde ihm und seinem Wirken immer ein würdiges Andenken bewahren.

García Márquez - Spitzname "Gabo" - hatte 1982 den Literaturnobelpreis bekommen, mit seinem Werk brachte er einem breiten Publikum Tragödien und Geschichten Lateinamerikas näher. Bekannt sind auch seine Werke "Chronik eines angekündigten Todes" und "Der General in seinem Labyrinth". Zudem schrieb er als Journalist wegweisende Reportagen.

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