Kampf gegen Islamisten: 12.000 Festnahmen bei umstrittenem Großeinsatz in Bangladesch

dimanche 19 juin 2016

Festnahme in Dhaka, Bangladesch

Festnahme in Dhaka, Bangladesch

Die Aktion dauerte eine Woche, am Ende wurden 12.000 Menschen festgesetzt: Bangladesch geht mit einer Verhaftungswelle gegen Islamisten vor. Kritiker sehen darin den Versuch, die Opposition auszuschalten.

Seit drei Jahren leidet Bangladesch unter islamistischem Terror. Opfer der Anschläge sind Islamkritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Die Angriffe laufen meist nach ähnlichem Muster ab: Eine Gruppe vermummter Männer schlägt und sticht mit Messern und Macheten auf ihr Opfer ein und flieht unerkannt, meist auf Motorrädern.

Zu den meisten Attacken in dem kleinen, aber bevölkerungsreichen Land (160 Millionen Einwohner) bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Qaida und der sogenannte Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv ist. Sie macht unter anderem die oppositionelle islamistische Partei Jamaat-e-Islami verantwortlich.

So legitimiert die Regierung von Bangladesch den landesweiten Extremismus-Einsatz, bei dem auch viele Oppositionspolitiker inhaftiert worden sind. Insgesamt sollen in der letzten Woche 12.000 Menschen festgenommen worden sein, rund 200 von ihnen gehören angeblich zu radikalen islamistischen Gruppierungen, wie die Polizei mitteilte.

Der Generalsekretär von Jamaat-e-Islami nannte die Verhaftungswelle in einer Mitteilung unmenschlich und illegal; zahlreiche Mitglieder seiner Partei seien ohne Grundlage festgenommen worden. Aber auch die nicht als islamistisch eingestufte Oppositionspartei BNP protestierte, sie erklärte, dass mehr als 2000 der Infaftierte aus ihren Reihen stammen würden.

Inhaftierte in Bangladesch

Inhaftierte in Bangladesch

In Medienberichten werden Polizisten beschuldigt, Festgenommene nur gegen Bestechungsgelder wieder freizulassen. Asaduzzaman Khan Kamal, Heimatminister von Bangladesch, widersprach beiden Anschuldigungen: "Wir haben niemanden illegal oder aus politischen Gründen verhaftet."

Nichtregierungsorganisationen bezeichnen es zwar als notwendig, dass Bangladesch stärker gegen sein Problem mit Islamisten vorgeht, kritisieren aber zugleich die Wahllosigkeit der Razzien. "Die Behörden sind gegen die üblichen Verdächtigen vorgegangen, anstatt fokussiert zu ermitteln", sagte Brad Adams, Asienchef von Human Rights Watch. "Das vermittelt wenig Vertrauen, dass die Morde aufhören oder dass nun geregelte Verfahren folgen."

Noch während des Großeinsatzes meldete die Polizei am Donnerstag die nächste Attacke: Unbekannte hatten einen hinduistischen Dozenten einer Universität in Südbangladesch mit Macheten angegriffen. Er überlebte den Angriff verletzt.

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Flüchtlinge: Türkische Grenzer sollen syrische Kinder erschossen haben

Nach Angaben von Aktivisten haben türkische Sicherheitskräfte Syrer erschossen, die über die Grenze fliehen wollten. Unter den Opfern sind demnach mehrere Kinder.

Türkische Grenzschützer haben nach Angaben von Aktivsten acht Syrer erschossen, die aus dem NordwestenSyriens in die Türkei fliehen wollten. Unter den Toten nahe der syrischen Stadt Dschisr al-Schughur seien zwei Frauen und vier Kinder, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Acht Menschen seien teilweise schwer verletzt worden. Die Opfer sollen hauptsächlich aus einer Familie stammen.

Die oppositionelle syrische Nachrichtenseite Orient News berichtete von elf Toten. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich. Die Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben sich in der Vergangenheit als zuverlässig erwiesen.

Die Türkei hält die Grenze zu Syrien nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) seit August 2015 geschlossen. Syrische Flüchtlinge können deswegen nicht mehr legal ins Nachbarland kommen. In der Türkei leben bereits rund 2,7 Millionen Flüchtlinge aus Syrien.

HRW hat den türkischen Grenzschützern mehrfach vorgeworfen, Gewalt gegen fliehende Syrer anzuwenden, obwohl das Land offiziell erklärt, eine "Politik der offenen Tür" verfolge. Den Menschenrechtsbeobachtern zufolge wurden dabei seit Anfang des Jahres 60 Syrer erschossen. (Lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen.)

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Rechtsextremismus: Vermummte inszenieren Fackelzug an Bremer Uni

Vor der Bremer Universität marschierte am Samstagabend ein rechter Fackelzug auf. Die Polizei löste die Versammlung auf und nahm vorübergehend 44 Personen in Gewahrsam.

Sie trugen Bengalfackeln und Sturmmasken, während sie rechte Parolen skandierten: Am Samstagabend zog eine Gruppe rechter Personen durch den Bremer Stadtteil Horn-Lehe nahe der Universität. Die Polizei beendete die Versammlung mit einem Großaufgebot. Mehrere Einsatzwagen wurden zusammengezogen, um die Vermummten in der Leobener Straße festzusetzen.

Die Gruppe soll "Fuck Antifa"-Aufkleber verteilt und sich für Foto- und Videoaufnahmen in Szene gesetzt haben. Wahrscheinlich wurde bewusst die Gegend um die Universität gewählt - als Machtdemonstration vor dem linken studentischen Milieu der Stadt.

Wie die Polizei Bremen auf Anfrage mitteilte, soll es sich bei den Personen um Mitglieder von "Gemeinsam-stark Deutschland" handeln, einer relativ neuen Gruppierung mit Verbindungen zu Pegida und "HoGeSa".

Ein Teil war extra aus anderen Städten angereist. Insgesamt wurden 44 Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen, 31 davon waren Auswärtige. Für diese wurden Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

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Videohit "The DNA Journey": "Manipulation der menschlichen Gefühle"

Viraler Videohit "The DNA Journey": "Manipulation der menschlichen Gefühle"

Video "Erklärvideo: So verstehen Sie das Brexit-Referendum - in fünf Minuten"

SPIEGEL ONLINE

19.06.2016 - Das Video "The DNA Journey" hat Millionen zu Tränen gerührt: In dem Werbeclip erfahren Menschen per DNA-Test, woher ihre Vorfahren stammen. Doch Experten warnen: Die Methode ist unseriös.

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Erster US-Auftrag seit 1979: Iran bestellt 100 Flugzeuge bei Boeing

Nach dem Wegfall der Sanktionen gegen Teheran kann die US-Luftfahrtbranche einen ersten Großauftrag verbuchen: Iran ordert 100 Flugzeuge bei Boeing.

Großeinkauf aus Teheran: Nach Airbus hat sich nun auch US-Rivale Boeing eine üppige Bestellung Irans gesichert. Diese belaufe sich auf 100 Flugzeuge, sagte der Chef des iranischen Luftfahrtverbandes, Ali Abedzadeh, der Zeitung "Iran". Nach einer entsprechenden Vereinbarung warteten beide Seiten nun auf die Zustimmung der US-Finanzbehörden.

Es handelt sich um die erste Bestellung Irans bei dem US-Unternehmen seit der islamischen Revolution 1979. Die iranischen Fluggesellschaften unterlagen über Jahrzehnte den Sanktionen gegen Teheran, die die Lieferung von Ersatzteilen und den Kauf neuer Maschinen verhinderten. Viele Flugzeuge mussten zuletzt ganz am Boden bleiben. Anfang des Jahres waren die meisten Sanktionen gegen Iran aufgehoben worden, nachdem das Land zugestimmt hatte, sein Atomprogramm zu beschränken.

Seit dem Wegfall der Sanktionen nehmen die Wirtschaftsbeziehungen an Fahrt auf. Bereits im Januar hatte Iran 118 Maschinen des europäischen Airbus-Konzerns zum Listenpreis von 27 Milliarden Dollar geordert. Von den 250 Flugzeugen im Land seien 230 veraltet und müssten ausgetauscht werden, sagte Luftfahrt-Verbandschef Abedsadeh nun.

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Unglück in Hessen: Drei Geschwister in Löschteich ertrunken

Drei Kinder sind in einem Löschteich im hessischen Neukirchen verunglückt. Wie die fünf-, acht- und neunjährigen Geschwister in den Teich gerieten, ist noch unklar. Die Polizei schließt aber ein Fremdverschulden aus.

Löschteich in Neukirchen

Löschteich in Neukirchen

Im nordhessischen Kurort Neukirchen sind drei Geschwister im Alter zwischen fünf und neun Jahren in einem Teich ertrunken. Wie die Polizei in Kassel am Sonntagmorgen mitteilte, hatte sich ein Zeuge bei der Feuerwehr gemeldet, weil ein Junge ins Wasser gefallen war. Anwohner holten den bewusstlosen Fünfjährigen aus dem frei zugänglichen Feuerlöschteich. Er starb am späten Samstagabend noch an der Unglücksstelle.

Als die Retter eintrafen, offenbarte sich eine noch größere Tragödie, als bekannt wurde, dass zwei weitere Kinder der Familie vermisst wurden. In der Dämmerung suchten Polizei und Feuerwehr mit einem großen Aufgebot nach den Vermissten. Taucher konnten das achtjährige Mädchen und ihren neun Jahre alten Bruder nur noch tot aus dem Teich im Ortsteil Seigertshausen bergen.

Die Ermittler sprachen am Sonntagmorgen von einem Unglück und schlossen ein Fremdverschulden aus. "Ein Notfallseelsorger spendet der Familie Trost", sagte ein Sprecher der Polizei. Die Hessenschau schreibt auf ihrer Onlineseite, dass bisher unklar ist, wie die Kinder in den Teich gerieten. Auch andere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

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