Bundesweite Solidaritätsaktion: Zehntausende Deutsche bilden Menschenketten gegen Rassismus

dimanche 19 juin 2016

Weltflüchtlingstag: Menschenketten gegen Rassismus
Getty Images

Berlin, München, Leipzig, Hamburg: In diesen und vielen andere Städten haben am Sonntag Zehntausende Menschen ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt - kilometerlang.

Zehntausende Demonstranten haben sich am Sonntag in mehreren deutschen Städten bei den Händen gefasst und kilometerlange Menschenketten gebildet. Unter dem Motto "Hand in Hand gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt" gingen bundesweit rund 40.000 Menschen auf die Straße, um zum morgigen Weltflüchtlingstag ein Zeichen für Zusammenhalt zu setzen.

In Berlin, München, Leipzig, Hamburg und anderen Städten verbanden die Menschen durch ihre Ketten symbolisch kirchliche und soziale Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte und Rathäuser. Organisiert wurde die Aktion von einem Bündnis, dem unter anderem Sozialverbände, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die evangelische Kirche, der Zentralrat der Muslime und "Amnesty International" angehören.

Bei der Auftaktkundgebung in München erklärte Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne): "Wir werden niemals akzeptieren, dass etwa Muslime, Sinti und Roma oder Geflüchtete weniger Wert sein sollen als andere. Wir wenden uns gegen den Hass und jede Ausgrenzung."

In Leipzig verband eine drei Kilometer lange Menschenkette Moscheen, das Gewandhaus, Oper, Universität, Nikolaikirche und das Synagogenmahnmal. Für den Abend wurden in Hamburg Tausende zu einer Menschenkette erwartet, die die Hauptkirche St. Petri mit der Al Nour Moschee und der jüdischen Gemeinde verbinden sollte.

Eine der größten Demonstrationen fand in Berlin statt, wo nach Angaben der Organisatoren etwa 9000 Menschen eine knapp sieben Kilometer lange Menschenkette zwischen dem Roten Rathaus und einem Flüchtlingsheim in Kreuzberg bildeten. In München verbanden die Demonstranten symbolisch mehrere Glaubensgemeinden wie die Sankt-Michaels-Kirche, die israelitische Kultusgemeinde und das Münchner Forum für Islam. Auch in Bochum, Leipzig und anderen Städten gab es am Wochenende ähnliche Aktionen.

Günter Burkhardt, Geschäftsführer der Organisation "Pro Asyl", verurteilte die europäische Flüchtlingspolitik: "Europa macht die Grenzen dicht und verrät die Menschenrechte von Flüchtlingen", kritisierte er in Berlin. "Man handelt in der irrigen Annahme, dadurch Rassisten im Zaum zu halten. Der Versuch der Abriegelung Europas gegen Flüchtlinge, ein Europa der Zäune, ist aber Wasser auf die Mühlen der Rassisten."

Neben den Großstädten demonstrierten auch in sechzehn weiteren Städten - darunter Bonn, Karlsruhe, Münster und Osnabrück - mehrere tausend Menschen. Am Samstag hatten 8500 Menschen in Bochum eine Menschenkette gebildet.

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"Star Trek"-Star: Schauspieler Anton Yelchin stirbt bei Autounfall

Anton Yelchin (2015)

Anton Yelchin (2015)

Der Hollywood-Schauspieler Anton Yelchin ist tot. Er starb im Alter von 27 Jahren bei einem Autounfall in Kalifornien.

Seine wohl bekannteste Rolle war die des Chekov in den Neuauflagen der "Star-Trek"-Kinoreihe - nun ist Anton Yelchin im Alter von 27 Jahren in Los Angeles gestorben.

Wie sein Agent mitteile, erlag er am frühen Sonntagmorgen den Verletzungen, die er sich bei einem Autounfall zugezogen hatte.

Yelchin begann seine Karriere mit kleinen Rollen in Filmen wie "Alpha Dog" oder der Komödie "Charlie Bartlett". Ab Juli wird er mit "Star Trek Beyond" in den Kinos zu sehen sein.

Geboren wurde der Schauspieler in Russland, aufgewachsen ist er jedoch in den USA. Beide Eltern waren professionelle Eiskunstläufer.

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Egyptair-Absturz: Datenspeicher von Unglücks-Jet stark beschädigt

Suchaktion an der Absturzstelle
DPA/ DOS/ F. Bassemayousse

Suchaktion an der Absturzstelle

Warum stürzte EgyptAir-Flug MS804 ins Meer? Die geborgenen Flugschreiber sollen Klarheit bringen - die Speichereinheiten sind jedoch ramponiert.

Warum stürzte die EgyptAir-Maschine des Flugs MS804 am 19. Mai mit 66 Menschen an Bord ins Mittelmeer? Aufklärung erhoffen sich die Experten vor allem von den beiden Flugschreibern. Doch nun zeigt sich: Bei dem Absturz wurden die Speichereinheiten sowohl des Flugdatenschreibers als auch des Gesprächsrekorders erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Dies erklärten die ägyptischen Behörden am Sonntag.

Eine Auswertung der Daten werde "eine lange Zeit dauern", hieß es weiter. Der Flugdatenschreiber war erst am Freitag geborgen worden. Man habe die Speichereinheiten beider Geräte in einer Militäranlage acht Stunden lang trocknen lassen. Vorerst ließen sich aber keine Daten auswerten. Ob die weitere Untersuchung in Ägypten stattfinden kann, oder die Einheiten im Ausland untersucht werden, ist noch offen.

Geborgene Datenträger

Geborgene Datenträger

Der Airbus A320 war auf dem Weg von Paris nach Kairo plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Kurz zuvor wurden über das automatische Kommunikationssystem Acars zwei Minuten hindurch Meldungen abgesetzt, nach denen zehn Alarmsignale in Gang gesetzt worden waren. Diese Signale wurden durch Rauch im Cockpit, in einer Toilette und in einer Abteilung unterhalb des Cockpits ausgelöst. Ferner wurde mitgeteilt, dass die zentrale Flugsteuerung ausgefallen war.

Die Besatzung des französischen Spezialschiffs "John Lethbridge" hatte in der vergangenen Woche die Ortung von Wrackteilen des Flugzeugs gemeldet. Der Fundort lag demnach rund 290 Kilometer nördlich der ägyptischen Küste. Das Ortungsschiff hat neben diversen Peil- und Aufnahmegeräten einen Tauchroboter an Bord, der den Meeresgrund bis zu einer Tiefe von 6000 Metern absuchen und Bildaufnahmen machen kann.

Was ist eine Blackbox?

Jedes Passagierflugzeug speichert gewisse Daten in seiner Blackbox, genannt Flight Data Recorder (FDR). Zudem werden die Gespräche der Piloten im Cockpit vom sogenannten Cockpit Voice Recorder (CVR) aufgezeichnet. Beide sind in extrem robusten Gehäusen untergebracht. Die Speichereinheiten, genannt Crash Survivable Memory Unit (CSMU), sind dabei besonders stabil: Sie sollen schließlich auch einen Absturz samt anschließendem Feuer überstehen können.

Was speichert ein Cockpit-Sprachrecorder?

Selbst moderne CVRs zeichnen nur zwei Stunden lang alle Gespräche und Geräusche aus dem Cockpit auf, alles zuvor Gespeicherte wird kontinuierlich überschrieben.

Die letzten Flüge der abgestürzten EgyptAir-Maschine

Am 18. Mai 2016

Optimierte Flugschreiber

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Kritik an Nato-Militärmanöver: Steinmeier provoziert Koalitionskrach

Frank-Walter Steinmeier

Frank-Walter Steinmeier

Der Dialog mit Russland scheint festgefroren - ausgerechnet jetzt beschwert sich Frank-Walter Steinmeier heftig über Militärmanöver der Nato. Nun steht der Außenminister selbst in der Kritik.

Deutschlands Verhältnis zu Russland ist weit davon entfernt, sich zu entspannen. Ausgerechnet der höchste Diplomat, der Bundesaußenminister, hat nun dafür gesorgt, dass sich die sensible Gemengelage noch verkomplizieren könnte. Das zumindest werfen CDU-Wortführer Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor.

Steinmeier hatte am Wochenende die gegen Russland gerichteten Nato-Manöver in Osteuropa kritisiert. Aus Sicht des Militärbündnisses rüstet Russland massiv auf - die Nato reagiert mit Truppenübungen und plant eine Verlegung von Soldaten ins Baltikum.

Steinmeier positioniert sich nun klar gegen Militärübungen nahe der russischen Grenze. "Was wir jetzt nicht tun sollten, ist durch lautes Säbelrasseln und Kriegsgeheul die Lage weiter anzuheizen", sagte der Außenminister der "Bild am Sonntag".

Warum greift Steinmeier die Nato so deutlich an? Und das, obwohl die Bundeswehr teilweise an der Abschreckung gegen Russland beteiligt ist?

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht in Steinmeiers Äußerungen einen "ungeheuerlichen Vorwurf". Und der Transatlantiker Jürgen Hardt (CDU) schließt nicht aus, dass Steinmeiers Worte "zu Missverständnissen innerhalb der Nato oder gar zu Häme in Moskau führen" könnten.

Truppenübungen mit deutscher Beteiligung

Auch wenn Steinmeiers Drängen auf Dialog und Kooperation im Grunde der Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entspricht, grenzt sich der Außenminister radikaler vom Kurs der Nato ab als sie. Seit der Krim-Annexion setzt das Militärbündnis auf Abschreckung gegen Russland. Es gibt eine schnelle Eingreiftruppe für Notfälle, Militärmanöver gehören zum Programm:

  • 150 Kilometer vor der russischen Grenze startete gerade die Militärübung "Saber Strike" mit 10.000 Soldaten aus 13 Staaten, durchgeführt auf Truppenübungsplätzen im Baltikum.
  • Bald sollen bis zu tausend Soldaten in Polen, Lettland, Estland und Litauen stationiert werden, um an den Grenzen zu Russland Präsenz zu zeigen. Die Bundeswehr ist beteiligt .
  • Vor wenigen Tagen spielte Polens Militär mit einem Großmanöver ("Anakonda") mit 31.000 Soldaten einen Angriff Russlands auf Polen durch. Auch die Bundeswehr war dabei . Formal war "Anakonda" eine nationale Übung, aber fast alle Nato-Länder machten mit.

Mit seiner Kritik hat Steinmeier nun einen Koalitionsstreit ausgelöst. "Deutschland und der Außenminister sollten keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer Urheber der gegenwärtigen Spannungen ist", schimpft Hardt, CDU-Abgeordneter und außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. "Das ist mit Sicherheit nicht ein 'Säbelrasseln' auf Seiten der Nato" - sondern Russland selbst."

Röttgen: "Er sollte es einfach sein lassen"

CDU-Politiker Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, wirft Steinmeier vor, für Verwirrung zu sorgen. "Steinmeier warnt vor Säbelrasseln und Kriegsgeheul. Wen meint der Außenminister mit diesem ungeheuerlichen Vorwurf? Er mahnt zu Dialogbereitschaft. Wer bestreitet das im Ernst?". Steinmeier wolle sich wohl "innerparteilich und innenpolitisch profilieren", so Röttgen. "Er hat das gar nicht nötig und sollte es einfach sein lassen."

Tatsächlich gehört die Russland-Frage zu den heikelsten außenpolitischen Projekten Deutschlands. Die Kanzlerin will die Kanäle zum Kreml offen halten, gleichzeitig bewegt sich schon zu lange zu wenig. Die Umsetzung des Minsker Friedensabkommens geht nicht voran, auch die EU-Sanktionen gegen Russland zeigen kaum Wirkung. Ob Militärmanöver in dieser festgefahrenen Phase kontraproduktiv oder notwendig sind, darüber streitet die Politik heftig.

Unterstützung bekommt Steinmeier vom Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin. Vor allem in Zusammenhang mit der Mission "Anakonda",die auch der Nato fast zu weit ging, seien Steinmeiers Worte richtig gewählt. "Wir erleben, dass Polen massiv auf Aufrüstung setzt. Diesen Vorgang Säbelrasseln zu nennen, ist angemessen", so Trittin. Er kritisierte das Engagement der Bundeswehr bei "Anakonda": "Ohne Not sollte sich niemand daran beteiligen".

Auch aus den eigenen Reihen bekam der Außenminister Zuspruch. Die Bundesregierung müsse auf Steinmeiers Kurs einschwenken, sagte der SPD-Politiker Rolf Mützenich im "Deutschlandfunk".

Am Dienstag Entscheidung über verlängerte Sanktionen

Die Debatte um Militärmanöver kommt zu einem besonderen Zeitpunkt. Diesen Dienstag will die EU ihre Sanktionen gegen Russland verlängern. Sie waren 2014 wegen Moskaus Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine verhängt worden und laufen Ende Juli aus. Viel Zeit für eine ausgeruhte Entscheidung gibt man sich nicht: Angesichts drohender Turbulenzen im Fall eines Brexit soll das Thema schnell vom Tisch.

Bislang ist auf EU-Seite klar, dass die Sanktionen so lange in Kraft bleiben sollen, bis das Minsker Abkommen vollständig umgesetzt ist. Auch Merkel "sieht derzeit keinerlei Anlass, die Sanktionen in irgendeiner Weise aufzuweichen" - im Gegensatz zu CSU-Chef Horst Seehofer, der auf seiner Moskau-Reise im Mai für eine Lockerung warb.

Und auch Steinmeier schert wieder einmal aus. Vor einigen Wochen sympathisierte er mit einem Modell, das die Sanktionen schrittweise abbauen würde. Am Wochenende bekräftigte er seinen Vorschlag. Neue Kritik vom Koalitionspartner ist ihm schon jetzt sicher.


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Istanbul: Türkische Polizei löst gewaltsam LGBT-Demonstration auf

Demo-Teilnehmerinnen in Istanbul

Demo-Teilnehmerinnen in Istanbul

Mit Tränengas und Gummigeschossen wurden die Teilnehmer auseinander getrieben: In Istanbul ging die Polizei gewaltsam gegen eine "Turkey-Pride"-Parade vor.

Die türkische Polizei ist am Sonntag gewaltsam gegen Teilnehmer einer Demonstration für die Rechte Homosexueller vorgegangen. Die Beamten setzten in Istanbul nach Angaben eines Fotografen der Agentur AFP Gummigeschosse und Tränengas ein, um die Kundgebung aufzulösen.

Der Istanbuler Gouverneur hatte Demonstrationen zur sogenannten "Pride Week" verboten. Der Beschluss zielt vor allem auf die für kommenden Sonntag geplante jährliche Lesben- und Schwulenparade auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal ab. Begründet wurde die Entscheidung des Gouverneurs mit der Sicherheit von Teilnehmern und Bürgern sowie dem Schutz der öffentlichen Ordnung.

Ein Polizist feuert Gummigeschosse ab

Ein Polizist feuert Gummigeschosse ab

Schon heute versammelten sich etwa 50 Homo- und Transsexuelle im Zentrum Istanbuls. Die Demonstranten hatten sich zuvor vor einem Büro der Homosexuellen-Bewegung nahe dem Taksim-Platz getroffen und dort die Regenbogenfahne aufgehangen - das Symbol der Bewegung der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT). Ein Aktivist wurde von einem Polizisten daran gehindert, vor den anwesenden Journalisten eine Erklärung zu verlesen.

Vor der LGBT-Demonstration waren laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan rund ein dutzend Homosexuellen-Gegner zum Taksim-Platz vorgedrungen. Sie seien von den Sicherheitskräften festgenommen worden. Einer der Demonstranten habe "Wir sind Ottomanen, wir wollen hier solche Leute nicht", gerufen.

Die Demonstration mit dem Titel "Trans Pride" fand im Zusammenhang mit der beginnenden LGBT-Woche in der Türkei statt, in deren Rahmen zahlreiche Veranstaltungen geplant sind. Die Istanbuler Behörden hatten am Freitag bekanntgegeben, die für kommenden Sonntag als Höhepunkt der LGBT-Woche geplante Gay-Pride-Parade zu verbieten. Die Behörden begründeten dies mit Sicherheitsbedenken, LGBT-Aktivisten werteten das Verbot als verfassungswidrig.

Erst am Samstag war die Istanbuler Polizei massiv mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte regierungskritische Demonstranten vorgegangen, die sich am Samstagabend im Istanbuler Stadtteil Cihangir versammelten. Während der Proteste gegen die regierende AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan riefen sie "Faschisten" und "Mörder". Und: "Alle gemeinsam gegen den Faschismus." Mehrere Menschen wurden festgenommen.

Auslöser der Proteste war ein Angriff auf Fans der britischen Band Radiohead am Freitagabend. Dabei hatten mehrere Männer ein Musikgeschäft in der Nähe des Taksim-Platzes gestürmt, in dem junge Leute das neue Album der Band gehört hatten.

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Ukraine-Konflikt: Putin bietet Ende der Sanktionen gegen EU an

Politiker Putin, Renzi

Politiker Putin, Renzi

Russland und die EU haben wegen der Ukraine-Krise gegenseitig Sanktionen verhängt - Moskau könnte seine nun aufheben, wie Präsident Putin andeutet. Sein Land dürfe aber "nicht reingelegt" werden.

Am Dienstag entscheidet die EU über eine Verlängerung der Sanktionen gegen Russland. Nun hat Kremlchef Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt Beweglichkeit angedeutet.

Russland könnte seine eigenen Sanktionen gegen die EU aufheben, sollte es Fortschritte für eine Friedenslösung in der Ukraine geben. Dies erklärte Putin nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi in St. Petersburg.

Die Europäische Union hatte ab 2014 eine Reihe von Sanktionen gegen Moskau wegen der aktiven Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine verhängt. Der Kreml beschloss danach seinerseits Sanktionen gegen die EU. In Brüssel beraten die EU-Botschafter nun Anfang der Woche über eine Verlängerung der Strafmaßnahmen gegen Russland.

Putin erklärte, Moskau müsse sicher sein können, von der EU "nicht reingelegt" zu werden. Es müsse klar sein, dass Europa Druck auf Kiew ausübe, die Vereinbarungen von Minsk zu erfüllen. In der Abkommen aus dem Februar 2015 wurden unter anderem eine Waffenruhe, eine Pufferzone und ein Gefangenenaustausch vereinbart. Allerdings werfen sich beide Konfliktparteien gegenseitig immer wieder einen Bruch der Übereinkunft vor.

Renzi versprach Putin, dafür zu sorgen, dass eine Verlängerung der Sanktionen bei dem Treffen in Brüssel nicht automatisch geschieht, sondern dass darüber offen diskutiert wird. Neben anderen gehört Italien zu den Befürwortern einer gelockerten Linie gegenüber Moskau. Sanktionen wegen der illegalen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland 2014 waren bereits am Freitag verlängert worden.

Mit Blick auf das Treffen am Dienstag sprach sich der Unions-Europaexperte Elmar Brok gegen eine rasche Lockerung der Sanktionen gegen Russland aus. Für ihn stehe die anstehende Verlängerung der Strafmaßnahmen der EU für weitere sechs Monate "außer Frage", sagte Brok der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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Formel 1: Rosberg gewinnt souverän in Baku

Nico Rosberg

Nico Rosberg

Fünfter Saisonsieg: Nico Rosberg hat den Großen Preis von Europa gewonnen und baut seine WM-Führung damit aus. Ferrari sammelte wichtige Punkte, aber Kimi Räikkönen verpasste das Podest knapp.

Nico Rosberg hat den Großen Preis von Europa gewonnen. In Baku, Aserbaidschan, setzte sich der Mercedes-Pilot vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Sergio Perez (Force India) durch. Kimi Räikkönen belegte Rang vier. Weil Lewis Hamilton nur Fünfter wurde, baute Rosberg seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf 24 Punkte aus.

Ferrari, Zweitplatzierter in der Team-Wertung, setzte sich vorerst von Red Bull ab: Daniel Ricciardo und Max Verstappen wurden nur Siebter und Achter. Auf der Strecke mit der längsten Geraden der Saison hatte der sehr aerodynamische aber in der Spitzengeschwindigkeit vergleichsweise langsame Red Bull Nachteile.

Durch einen guten Start verteidigte Rosberg seine Führungsposition. Auch dahinter blieb es zunächst weitestgehend bei der Reihenfolge aus dem Qualifying: Ricciardo, Vettel und Räikkönen folgten auf den Mercedes-Piloten. Perez, der schon im Qualifying überzeugt hatte, dann aber wegen eines Getriebewechsels strafversetzt wurde, schob sich auf Position fünf vor. Weltmeister Hamilton, vom zehnten Rang gestartet, machte zunächst keinen Platz gut.

In der sechsten Runde zog Vettel an Ricciardo vorbei und lag damit nur eine Position hinter Rosberg. Aber der Führende der Gesamtwertung baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Dahinter beging Räikkönen einen Fehler: Er überquerte die Begrenzung zur Boxeneinfahrt, ohne tatsächlich in die Box zu fahren. Das ist in Baku verboten und so gab es eine Fünf-Sekunden-Strafe gegen den Finnen.

Hamilton startete indes eine Aufholjagd. Erst in Runde 17 ging er zum ersten Stopp in die Box. Fünf Runden später lag er bereits auf Rang fünf, nachdem er Ricciardo überholt hatte. Perez verteidigte seine Position vier mit starken Rundenzeiten jedoch souverän gegen den Weltmeister - auch weil Hamilton offenbar technische Probleme hatte. Diese konnte er zu spät beheben, um einen Angriff auf Perez zu starten. Der Abstand war bereits zu groß.

Sowohl Vettel (Runde 21) als auch Rosberg (Runde 22) gingen noch später in die Box als Hamilton und Räikkönen (Runde neun). Vettel fuhr zunächst hinter seinem Teamkollegen wieder auf die Strecke, holte dann aber schnell auf. Wenig später ließ Räikkönen ihn vorbei. Letztendlich setzten sowohl Mercedes als auch Ferrari auf eine Ein-Stopp-Strategie: Alle vier Fahrer konnten bis zum Ende auf der Strecke bleiben.

Erst in der letzten Runde ging Perez an Räikkönen vorbei. Durch dessen Fünf-Sekunden-Strafe hätte Perez jedoch ohnehin den dritten Podestplatz belegt. Der Abstand auf den Fünftplatzierten Hamilton war für Räikkönen letztlich so groß, dass die Strafe keine Rolle mehr spielte. Er blieb Vierter.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

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