Söder-Kritik an Merkel: "Sie macht's uns im Moment nicht leicht"

vendredi 27 mai 2016

CSU-Mann Söder

CSU-Mann Söder

Bayerns Finanzminister Söder wirft CDU-Chefin Merkel vor, die Grundprinzipien der Union aufzugeben. Im SPIEGEL lässt er offen, ob seine CSU sie als Kanzlerkandidatin unterstützen werde.

Der bayerische Finanzminister Markus Söder hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, die Grundprinzipien der Union aufzugeben. "Es ist etwas passiert, was wir uns früher nicht hätten vorstellen können", sagte Söder dem SPIEGEL. "Da wird still und leise das Selbstverständnis von CDU und CSU einfach neu bestimmt."

Die CDU dränge so sehr nach Mitte-links, dass den Wählern eine Abgrenzung zu SPD und Grünen allmählich schwerfalle. "Die Union wird in Deutschland jeden Tag schwächer", beklagte der CSU-Politiker und fügte hinzu: "Die Union muss immer politische Alternative bleiben und darf nicht zu einer Variante von Rot-Grün mutieren."

Die CSU werde Merkel als Kanzlerkandidatin nur unterstützen, wenn sie die bewährten Grundsätze wieder zur Grundlage ihrer Politik mache. "Wir wollen, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt. Wir wollen gemeinsam mit ihr in den Wahlkampf ziehen", sagte Söder. Er fügte hinzu: "Aber sie macht's uns im Moment nicht leicht."

Die Wahlergebnisse und die aktuellen Umfragen belegten, dass der neue Kurs der CDU keine neuen Wähler bringe, aber viele alte verloren gingen, sagte Söder. "Wenn manche in der CDU glauben, nur auf SPD- und Grüne-Wähler zu setzen, wird die CDU nie mehr über 30 Prozent kommen. Dann bekommen wir mit der Zeit österreichische Verhältnisse."

Die Union müsse aufpassen, dass Deutschland nicht auf den Weg von einer Berliner zu einer Wiener Republik gerate, sagte Söder mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in Österreich, bei der der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ fast 50 Prozent der Stimmen bekommen hatte.

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