Großbritannien: Labour muss Verluste bei Kommunalwahlen hinnehmen

jeudi 5 mai 2016

Stimmungstest vor Brexit-Entscheidung: Großbritannien wählt, Labour bangt

Wenige Wochen vor der Brexit-Entscheidung haben die Briten neue Regional- und Kommunalparlamente gewählt. Laut ersten Hochrechnungen verliert die oppositionelle Labour-Partei.

In Wales, Schottland und Nordirland haben die Briten neue Regionalparlamente gewählt. Nach ersten Ergebnissen verlor die oppositionelle Labour-Partei dabei Dutzende Mandate. Die Auszählung der Stimmen dauert noch an. Sollte sich der Trend bestätigen, dürfte dies als Misstrauensvotum gegen den seit acht Monaten amtierenden linksgerichteten Parteichef Jeremy Corbyn gewertet werden.

In Schottland bangt Labour darum, weiterhin zweitstärkste Kraft im Parlament hinter der linksgerichteten Schottischen Nationalpartei SNP zu bleiben. Es zeichnet sich ab, dass die Arbeiterpartei weiter an Boden verliert - zugunsten der Tories und der SNP. Die Nationalisten können damit ihre Mehrheit wohl weiter ausbauen. Bereits vor der Wahl regierten sie ohne Partner.

Auch in Wales muss Labour mit Verlusten rechnen: In der Arbeiterpartei wird befürchtet, dass ihr bis zu 150 Sitze in Kommunalparlamenten verloren gehen könnten. Es wird erwartet, dass die euroskeptische Partei Ukip Labour Stimmen abjagt und erstmals in das Parlament von Wales einzieht. Ukip-Chef Nigel Farage sprach deshalb bereits von einem "Durchbruch" für seine Partei.

Sechs Wochen bis zum Brexit

Die Lokalwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest vor der Abstimmung über einen Verbleib Großbritanniens in der EU: In sechs Wochen stimmen die Briten über den sogenannten Brexit ab. Umfragen hatten bereits deutliche Verluste für die Labour-Partei prognostiziert. Der Wahltag gilt als erster Test für Corbyn, der den Labour-Vorsitz im Spätsommer vergangenen Jahres übernommen hatte.

Gewählt wurde auch ein neuer Bürgermeister von London. Das Ergebnis wird allerdings erst am Freitagabend erwartet. Labour-Kandidat Sadiq Khan gilt als klarer Favorit vor Zac Goldsmith von den Tories. Khan könnte der erste muslimische Bürgermeister der Stadt werden. In den vergangenen acht Jahren hatte der Konservative Boris Johnson das Amt inne.

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