Online-Bankraub: Kriminelle greifen erneut Swift-Bankensystem an

vendredi 13 mai 2016

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Zwei Monate nach einem versuchten Milliardenraub haben Unbekannte erneut eine Bank online angegriffen. Wie viel Beute sie machten, ist unklar. Experten sprechen von einer großangelegten Kampagne.

Nach Angaben des Zahlungssystems Swift ist ein weiteres Geldhaus Ziel eines Cyber-Bankraubes geworden. Diesmal habe es sich um eine Geschäftsbank gehandelt, sagte eine Swift-Sprecherin in der Nacht zum Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Um welche Bank es sich dabei handelt, erklärte sie nicht. Ebenso war zunächst unklar, ob und wenn ja, wie viel Geld die Täter bei ihrem digitalen Raubzug erbeutet haben.

Erst im März hatten Kriminelle 81 Millionen Dollar von der Zentralbank Bangladeschs erbeutet. Sie hatten das Sicherheitssysteme der Notenbank geknackt und kamen so an die Zugangsdaten für Zahlungsüberweisungen.

Mit diesen Daten wiesen sie den New Yorker Ableger der US-Notenbank (Fed), der für die Kollegen in Bangladesch internationale Zahlungen abwickelt, zu einer Vielzahl von Transaktionen an. Das Geld sollte an private Einrichtungen auf den Philippinen und in Sri Lanka überwiesen werden.

Das Ziel der Kriminellen war es, auf diese Weise eine Milliarde Dollar zu erbeuten, es wäre der bisher größte Bankraub geworden. Dann aber machte sie einen für sie verhängnisvollen Tippfehler. Bei einer Überweisung, die an eine Stiftung in Sri Lanka gehen sollte trugen sie im Überweisungsformular statt des Wortes "foundation" das falsch geschrieben "fandation" ein. Die Transaktion wurde gestoppt, der Betrug flog auf.

"Eine Kampagne, die auf Banken abzielt"

Nach Einschätzung von Kriminalexperten beweise der zweite Fall, dass der Bankraub von Bangladesch "kein Einzelfall war, sondern Teil einer weit angelegten und stark anpassungsfähigen Kampagne, die auf Banken abzielt", erklärte Swift. In beiden Fällen hätten sich die Kriminellen Zugang zu den Computersystemen verschafft, Nutzerdaten ergattert und betrügerische Nachrichten über das Abwicklungssystem verschickt, die in Zusammenhang mit dem Transfer von Geld stehen.

Bereits im vergangenen Monat hatte Swift eingeräumt, dass es mehrere Vorfälle gegeben habe, bei denen betrügerische Nachrichten gesendet wurden.

Swift ist ein Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems. Die internationale Kooperative von 3000 Instituten sitzt in Brüssel. Sie soll dafür sorgen, dass Zahlungsvorgänge sicher und reibungslos über die Bühne gehen.

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