Sensation in der Champions League: Der VfL Wolfsburg hat das Viertelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid überraschend gewonnen. Beim größten Sieg der Vereinsgeschichte überzeugte der Bundesligist vor allem in der ersten Hälfte.
Dem VfL Wolfsburg ist im Champions-League-Viertelfinale eine Sensation geglückt: Im Hinspiel gewann das Team von Trainer Dieter Hecking gegen Real Madrid 2:0 (2:0). Dabei überzeugte der Bundesligist vor allem in der ersten Halbzeit. Die Treffer erzielten Ricardo Rodríguez (18. Minute) und Maximilian Arnold (25.).
Schon vor der Begegnung gab es gute Nachrichten für den VfL. Abwehrchef Naldo hatte sich fit gemeldet und stand nach einer fünfwöchigen Verletzungspause wieder in der Startelf. Der Gast aus Madrid setzte nach dem Sieg im Clásico gegen den FC Barcelona auf die Bestbesetzung. Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema liefen von Beginn an in der Offensive auf.Das Spiel begann mit einer Wolfsburger Schrecksekunde. Nach einem Zuspiel von Benzema traf Ronaldo bereits in der zweiten Minute ins Tor. Sein Treffer wurde allerdings wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt. Nachdem die Gäste zunehmend die Kontrolle übernommen hatten kam auch Wolfsburg zur ersten Chance. Nach einem Konter über die linke Seite spielte Julian Draxler zu Bruno Henrique. Doch der Brasilianer scheiterte per Kopf an Keylor Navas.
Zwei Tore binnen sieben Minuten
Wolfsburg wurde in der Folge mutiger und bekam in der 17. Minute einen Elfmeter zugesprochen. André Schürrle war zuvor von Casemiro entscheidend am Abschluss gehindert worden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Rodríguez (18. Minute). Real wirkte anschließend völlig verunsichert. Das machte sich die Werkself zu Nutze. Nach einem öffnenden Pass vom starken Draxler auf die rechte Seite flankte Bruno Henrique den Ball flach vor das Tor, dort musste Arnold nur noch vollstrecken (25.).
Wer danach wütende Angriffe der Königlichen erwartet hatte, wurde enttäuscht: Schürrle hätte in der 28. Minute nach einer Einzelaktion sogar nachlegen können. Erst Benzemas Kopfball sorgte wieder für etwas Gefahr im Strafraum von Wolfsburg (32.). Der Franzose musste kurz darauf verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Jesé in die Partie, der Spanier konnte vor dem Pausenpfiff jedoch keine Akzente mehr setzen. Wolfsburg ging mit einem verdienten 2:0 in die Pause.
"Wir haben mutig nach vorne gespielt und waren ballsicher. Es war recht schnell zu sehen, dass wir mitspielen können. Wenn wir im Rückspiel ähnlich mutig sind, können wir ins Halbfinale kommen", sagte Manager Klaus Allofs nach der Partie.
Der Favorit war nach Wiederbeginn um mehr Spielkontrolle bemüht, erspielte sich aber keine nennenswerten Chancen. Ganz im Gegenteil: Nach einer Draxler-Flanke von der linken Seite verpasste Bruno Henrique den Ball am Fünfmeterraum nur knapp (54.). Vor allem Ronaldo und Bale wirkten nach zahlreichen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung genervt.
Real-Trainer Zinédine Zidane brachte mit Isco in der 64. Minute einen weiteren Offensiv-Spieler. Doch auch der Spanier konnte das Spiel nicht beleben. Der zehnfache Champions-League-Sieger spielte schwach und kam in dieser Phase zu keiner hochkarätigen Torchance. Schürrle hatte sogar die große Chance auf 3:0 zu erhöhen. Doch der Schuss des Nationalspielers aus zehn Metern ging knapp über das Tor.
Anschließend brachte der VfL das Ergebnis über die Zeit. Damit gelang dem Klub der größter Erfolg der Vereinsgeschichte.
VfL Wolfsburg - Real Madrid 2:0 (2:0)1:0 Rodriguez (18.)
2:0 Arnold (25.)
VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Dante, R. Rodriguez - Luiz Gustavo, Guilavogui - Bruno Henrique (80. Träsch), Arnold, Draxler (90. Schäfer) - Schürrle (85. Kruse)
Real Madrid: Navas - Danilo, Pepe, Sergio Ramos, Marcelo - Modric (64. Isco), Casemiro, T. Kroos (85. James Rodriguez) Bale, Benzema (41. Jesé), Cristiano Ronaldo
Zuschauer: 26.000 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Gianluca Rocchi
Gelbe Karten: Vierinha, Benaglio, Luiz Gustavo, Arnold - Bale
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